Als Wissenschaft bewegt sich die Psychoanalyse im Spannungsverhältnis zwischen Tiefenhermeneutik und Naturwissenschaft, zwischen Individuum und Kultur, zwischen Tradition und Innovation, zwischen Phantasie und Realität, zwischen Trieb und Abwehr. Als Methode bewegt sie sich im prozesshaften Dialog zwischen zwei (oder mehr) Personen, zwischen Analytiker/in und Analysand/in / Paaren / Gruppen. Dieser Dialog soll Einblicke in jene Geflechte von Fühlen, Denken, Phantasieren und Verhalten ermöglichen, die den am psychoanalytischen Prozess Beteiligten mitunter als irrational, rätselhaft, eigenartig erscheinen. 

Das Feld der Psychoanalyse ist das Unbewusste.

 

PSYCHOANALYTISCHE BEHANDLUNG

Der psychoanalytische Prozess ist wie eine gemeinsame Reise in das „innere Ausland" (Sigmund Freud).

Auf dieser Reise geben die Assoziationen der AnalysandInnen die Richtung an. Ihren Äußerungen kommt größte Bedeutung zu. Zugleich werden die Äußerungen von verschiedenen Warten her betrachtet. Die Dialektik zwischen der vordergründigen Fassade unseres bewussten Selbst- und Weltverständnisses und der Suche nach dessen unbewusster Dimension verleiht der gemeinsamen Reise Psychoanalyse eine immer wieder überraschende und abenteuerliche Note. Schlussendlich geht es im analytischen Prozess wie beim Reisen um Horizonterweiterung: bisherige Betrachtungs- und Erlebnisweisen geraten in Bewegung und führen zu nicht vorhersehbaren Perspektiven.